Freitag, 30. Dezember 2016

Von Neujahrsvorsätzen und Idioten

Ich bin mir nicht sicher, welche Art Mensch mich mehr nervt: Die Menschen, die ausschließlich bis zum Neujahr warten, um ihre guten "Vorsätze" umzusetzen, oder die Menschen, die sich über erstere lustig machen. Aktuell haben die letzteren die Nase weit vorn, denn diese haben meine Facebookfeed die letzten Wochen weitaus dominiert. Womöglich liegt es daran, dass ich zu viele zynische Menschen auf meiner Freundesliste habe. Womöglich hängt es aber auch ein wenig damit zusammen, dass diese Art Zynismus gerade ohnehin wieder im Trend liegt. Letztlich ist es jedes Jahr dasselbe: Bevor ich auch nur irgendeine Art von ernst gemeintem Vorsatz oder ähnlichem lese, kriechen die Spottenden aus ihren Löchern hervor und geben sich ach so genervt.

Wieso der Spott, woher kommt der Drang sich darüber lustig machen zu wollen? Ich für meinen Teil freue mich auch nicht über ein überfülltes Fitnessstudio im neuen Jahr. Das hängt jedoch eher mit meiner Abneigung Teil großer Menschenmengen zu sein zusammen, als damit, dass ich jemandem etwas nicht gönnen mag. Denn das liegt diesem Gedanken doch schließlich zugrunde: Man gönnt jemandem den potenziellen Erfolg nicht.


Wenn jemand davon berichtet, sein Leben zum Positiven hin verändern zu wollen, sollte mein erster Reflex doch sein: "Super, toll für dich! Das wird bestimmt nicht einfach, aber klasse, dass du es versuchen willst!" Ich mag vielleicht meine Zweifel haben, ob diese Person das Ziel tatsächlich konsequent verfolgen kann. Aber diese Zweifel müssen nicht geäußert werden und sind im Übrigen überflüssig. Hauptsache ist doch, dass jemand sich überhaupt entscheidet, den ersten Schritt zu tun - denn dem geht oft ein monatelanger Denkprozess voraus, da hat sich jemand tatsächlich Gedanken über sich selbst gemacht. Kann auch nicht jeder behaupten. Der Versuch sich selbst zu verbessern, statt mit der eigenen Entwicklung zu stagnieren, ist kein leichter, aber wichtiger Schritt - egal, ob man es durchzieht oder nicht. Wenn du dann aber antwortest "Immer diese Vorsätze! Das schaffst du doch höchstens einen Monat lang!" und dich dabei auch noch toll fühlst, bist du schlicht und ergreifend ein Arschloch. Und hey, das kommt von einer Person, die einen Blog schreibt, auf dem sie größtenteils nur meckert.

Selbst wenn jemand diesen Vorsatz nur einige Wochen lang verfolgt, haben sie es wenigstens versucht. Wenn es dann nicht dauerhaft funktioniert, hat man wenigstens herausgefunden, dass der Ansatz doch nicht so ganz der richtige ist und Optimierung benötigt. Wieder was dazu gelernt. Jeder scheitert mal, jeder ändert mal seine Meinung und dafür sollte man jedem auch Raum eingestehen.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Start ins Neue Jahr und dass ihr erreicht, was ihr euch vorgenommen habt.

Sonntag, 6. November 2016

Vegane Spekulatius-Cupcakes [Rezept]

Es gibt zwei Arten von Leuten: Die, die sich über frühzeitig in Supermarktregalen platzierte Adventsartikel aufregen, und diejenigen, denen das übelst abgeht. Wer hätte es gedacht, ich gehöre zur letzteren Gruppe. Zimt, Nelken, Schokolade – just fuck me up all year long, dude. Daher ist es auch wenig überraschend, dass ich in den letzten Wochen Augen und Ohren nach neuen Rezepten offen gehalten habe, denn letztlich sind die Feiertage für mich auch nur eine schlechte Entschuldigung um extra viel zu backen. Als ich dann die veganen Spekulatius von veganz entdeckt habe, kam mir die Idee: vegane Spekulatius-Cupcakes, das wäre doch eine feine Sache. Das beste aus allen Welten.

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Vegane Spekulatius-Cupcakes

Montag, 24. Oktober 2016

Impressionen: StijlMarkt Mainz

Am Wochenende war es endlich soweit: Nach Jahren des schlechten Timings oder einfach Pech hat es geklappt, dass ich es auf den Stijlmarkt in Mainz geschafft habe! Zu sagen, dass ich mich drauf gefreut habe, wäre wohl etwas untertrieben. Fucking hyped trifft es eher. Lauter kreative Menschen, witzige Sprüche, coole Prints oder ausgefallene Ideen - das könnte man mit gutem Gewissen mein persönliches Paradies nennen.

Montag, 3. Oktober 2016

"Das wirst du verstehen, wenn du Mutter bist!"

Ich war eines der Kinder, die einen Fantasiefreund hatten. In meinem Fall hieß der gute Kerl Quecki, der mal genauso alt wie ich, dann aber wieder 35 Jahre war. Außerdem war er Kameramann für meine Filme, hatte Auto-, Boots- und Hubschrauberführerschein und trug immer eine Sonnenbrille. Mit so einem Typen hält man es sicher lange aus, denn hey, er war ja wohl das Epitom von Coolness. An dieses Bild von ihm kann ich mich witzigerweise noch sehr gut erinnern. An das Ende unserer Beziehung weniger, die kenne ich nur aus den Erzählungen meiner Eltern. Laut dieser sei es irgendwann sehr still um den lieben Quecki geworden. Auf die Nachfrage hin, wo Quecki denn sei, habe ich nur geantwortet: "Der war nicht gut zu meinen Kindern (Kuscheltiere), den hab ich weggeschickt." Little badass me, ich bin echt stolz auf dich.

where i stand
{klick!}


Heute bin ich mir nicht so sicher, ob ich überhaupt Kinder will, denn hey, sogar mein Kleinkind-Ich wusste, dass das verdammt viel Verantwortung ist. Und ob das die Art von Verantwortung ist, die ich später haben möchte und ob das in meinen Lebensentwurf passen wird, ist eine Frage, die vorerst offen bleiben wird und das ist auch in Ordnung so. Für mich selbst ist das kein Drama und keine Frage, die mich nachts wachhält. In den derzeitigen Lebensentwurf passen Kinder nun mal nicht, aber vielleicht wird sich das irgendwann ändern. Abwarten. Allerdings sehen das immer ein paar Leute anders.

Mittwoch, 21. September 2016

Von Ästhetik und Motivation

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich immer irgendwas geschaffen. Gezeichnet, gebastelt, geschrieben. Als Kind habe ich Modekataloge gezeichnet, auch extra für "Mollige" wie meine Mama und ich es so gerne genannt haben, weil Mama immer von den riesengroßen, schlanken Models genervt war. Kaum konnte ich ansatzweise schreiben, habe ich mich vor den uralten PC meines Vaters gesetzt und Geschichten geschrieben, von dem Mädchen Hyazinthia, ausgesetzten, aber geretteten Kätzchen erzählt, eine Zeitung zusammengebastelt. Später habe ich vor allem gezeichnet, mir Charaktere und Geschichten zu den Bildern ausgedacht, immer so ein bisschen in einer Fantasiewelt gelebt und aus dieser Inspiration gezogen. Angesichts dieses Musters ist es kaum verwunderlich, dass ich heute da stehe, wo ich nun mal bin: habe Freude an meinen Studengängen British Studies (neuerdings unbenannt zu English Literature and Culture, was vielleicht selbsterklärender ist) und Publizistik, während ich mir fast nichts als Bücher zum Geburtstag wünsche, mit dauergezücktem Handy durch die Stadt renne und jeden schönen Milchkaffee festhalte.

Die letzte Zeit habe ich mich dennoch oft gefragt, warum ich all das mache. Was ist der Sinn dahinter? Was bringt es schon? Von schönen Bildern allein kann man nicht gut leben. Wieso schreibe ich auf diesem Blog über völlig irrelevante Themen? Ich maße mir an, hier "nachdenkliche" Texte zu veröffentlichen, in und an der Welt verändere ich dabei aber nichts. Warum hast du dieses Studium aufgenommen, wenn es dir so gesehen nichts bringt? Alles, was ich "erreicht" habe, geschah um das Studium herum. Unbequeme Gedanken, wegen der man sich die ein oder andere Nacht um die Ohren schlägt. Und was kann man damit machen? Vielleicht eine Phobie für diese Frage entwickeln.

Andererseits fühlt es sich falsch an, meinen bisherigen Weg als verschwendete Zeit anzusehen und derart herunterzusetzen. Wenn ich zurückdenke, würde ich es immer wieder genauso machen. Psychologie hätte mich nicht erfüllt, selbst wenn ich es in das Kommunikationsdesign-Studium geschafft hätte, wäre meine Kreativität wahrscheinlich von Tag eins an verkümmert, für's Lehramt hätte ich auf Dauer nicht den Nerv.
Mein Studium, speziell British Studies, macht mich unglaublich glücklich. Literatur ist für mich ein regelrechtes Wunder. Jemand setzt eine Reihe von Wörtern - Laute, die auf Papier gebracht worden sind - aneinander und erschafft damit Bedeutung auf so vielen Ebenen, die Gefühle in uns auslösen. Die tatsächliche Sachebene, aber auch die vielen Interpretationen. Jede noch so objektive Interpretation verrät doch mehr über mich als über den Text oder Autor, denn wahre Objektivität wird es niemals geben. In der Schule hat man sich oft über die scheinbar überkonstruierten Interpretationen geärgert, aber insgeheim hatte ich immer Spaß daran. Sprache erforschen, Sprache sezieren, die Macht von Sprache und unsere Abhängigkeit von Kommunikation realisieren, das alles sind wunderschöne Dinge für mich. Auch das ist eine Art, die Welt zu verstehen, auch wenn sie für viele wertlos erscheint.


Innerhalb dieses wertlosen Studiums bin ich als Person gewachsen, habe meinen Horizont erweitert, lauter wundervolle und unterschiedliche wie auch unausstehliche Menschen kennengelernt. Und bin so dankbar für dieses Privileg, dass ich dieses Studium aufnehmen konnte. Zwar arbeite ich selbst für diese Möglichkeit, aber ohne die Unterstützung lieber Menschen um mich herum, wäre das um einiges schwieriger. Um Dankbarkeit zu erlernen, als Person zu wachsen und zu lernen muss ich nicht zwingend ins Ausland. Direkt um mich herum sind so viele interessante Personen und Dinge, die es zu verstehen gilt, die eine unglaubliche Schönheit ausstrahlen. Man muss nur mal richtig hinschauen.

Ich werde nicht davon leben können, Geschichten zu schreiben oder nette Bildchen zu zeichnen. Aber ich möchte etwas machen, dass mich die Schönheit dieser Welt verbreiten lässt. Denn neben all den hässlichen Taten, die wir Menschen vollbringen, gibt es auch noch so viel Schönes, das wir endlich anerkennen müssen. Nicht nur, aber auch.

Dienstag, 2. August 2016

Rule 34? Warum müssen wir alles unnötig sexualisieren?

Ja, ich weiß. Menschen sind evolutionär gesehen nur auf Fortpflanzung fixierte Wesen. Aber das reicht mir nicht als Erklärung. Ihr müsst mir mal echt eine Sache erklären: warum halten sich so wenige Männer an den Händen? Warum wird so ein simpler, einvernehmlicher Körperkontakt so sexualisiert? Schließlich ist der einzige Unterschied zum Handschlag doch nur die Länge des Kontakts. Und bei manchen Leuten der Druck; ernsthaft, liebe Händezerquetscher - wem wollt ihr was beweisen? Zurück zum Thema. Frauen halten natürlich auch nicht so oft Händchen, tatsächlich ist das eher eine Mädchensache (food for thought: Hängt das damit zusammen, dass Mädchen gerne möglichst lange kindlich gehalten werden?). Aber wenn ich jemanden Hand in Hand sehe, sei es freundschaftlich oder romantisch, freut mich das immer ein bisschen. Warum? Weil es mir Freude bringt, zwei (oder warum nicht mehrere, solange niemand chinesische Mauer spielt) Menschen zu sehen, die unaufdringlich ihr Zusammengehörigkeitsgefühl zeigen.

Wir werden uns wahrscheinlich alle darauf einigen können, dass wir ungern zu Voyeuren gemacht werden, weil ein paar Leute derart aneinander hängen, dass sie mehr Schnecken als Menschen gleichen. Aber was ist so "schlimm" an sich berührenden Händen? Etwas, das Kinder mit ihren Eltern tun und auch viele jüngere Kinder, speziell Mädchen meist bis in ihre Jugend. Wann wird dieses unschuldige Zeichen von Zuneigung zu etwas Sexuellem im Laufe unseres Lebens? Einem Kind an der Hand eines Elternteils würde niemand hinterherpfeifen, zwei jungen Frauen schon (wahre Geschichte). Bei Kleinkindern fangen wiederum schon viele an dieses Verhalten als etwas Sexuelles zu sehen. Denn wenn zwei Fünfjähige Händchen halten, kommt so gerne der Spruch "XY wird ein Herzensbrecher werden" - und das ist garantiert nicht im romantischen Kontext gemeint, auch wenn viele den Spruch so begründen wollen. Übrigens kommt sowas ja immer nur vor, wenn Junge und Mädchen zusammenhängen, bei Mädchen und Mädchen wird natürlich von Freundschaft gesprochen und kleinen Jungen wird dieses Verhalten ohnehin schnell ausgetrieben. Achja, ist es nicht schön Kleinkinder von vorneherein in vorgefertigte Rollen zu pressen statt ihnen die Freiheit zur selbstständigen Entwicklung zu lassen? Pubertäre Identitätskrise für queere Menschen ist vorprogrammiert. Mein Punkt ist, irgendwann im Laufe unseres frühen Lebens wird subtil die Idee vermittelt, das Händchenhalten etwas ist, dass nur romantisch, sprich sexuell, miteinander involvierte Paare tun. What the actual fuck.

Warum fixiert die sich jetzt bitte so aufs Händchenhalten und tut so aufgeregt? Mir geht es kurz gesagt nicht nur ums Händchenhalten, sondern um jegliche Form von übertrieben sexualisierter Intimität. Seien es längere Umarmungen, sich Aneinanderlehnen oder kuscheln oder was weiß ich - das sind Dinge, die wir in den meisten Fällen im Kindheitsalter kennenlernen als ein Zeichen von Zuneigung. Ein "ich mag dich und fühle mich wohl bei dir" ohne Worte. Später werden solche Formen von Intimität als nahezu tabu dargestellt ohne einen besonderen Grund. Besonders Männer werden leider früh in die Richtung erzogen, dass nicht-sexuelle Intimität etwas Seltsames ist. Im Umkehrschluss heißt das wiederum, dass manche Menschen wesentlich empfindlicher auf solche Zuneigungsbekundungen reagieren, die nicht ihrem vorgefertigten Bild von beispielsweise Hetero-Beziehungen entsprechen. Zwei Männer halten sich an den Händen? Müssen homosexuell sein. Zwei Frauen halten sich an den Händen? Müssen homosexuell sein oder Schlampen, die es für die (männliche) Aufmerksamkeit tun. Mann und Frau halten Hand? Oh, wie süß, ein Paar!

Liebe Welt, es gibt viele Dinge, die sind furchtbar an dir. Das hier gehört bei Weitem nicht zu den schlimmsten Dingen, aber es ist dennoch sehr schade und meiner Meinung nach extrem hirnrissig. Liebe Welt, es gibt aber auch ein paar sehr schöne Dinge an dir. Zum Beispiel Menschen, die tagtäglich trotz negativer Reaktionen unaufdringlich ihre Zuneigung füreinander zeigen, egal ob sie nur Freunde, ein Paar oder "eeeh, keine Ahnung sind". Ein bisschen mehr einvernehmliche Liebe, ob freundschaftlich, sexuell oder was auch immer, ist ab und zu auch mal ganz nett.

PS: Und keine Angst, wer mir im echten Leben begegnet: Ihr müsst nicht um eure Hände fürchten,
PPS: Nicht-sexuelle Intimität macht Spaß, ihr verpasst was.
PPPS.: Ich hab so oft Händchenhalten geschrieben, dass ich mir jetzt selbst infantil vorkomme. wtf.

Montag, 11. Juli 2016

So what?

Es haut mich ja wirklich um, dass dieser Blog trotz monatelanger Inaktivität immer noch ein paar Views bekommt. Irgendwas scheint richtig gelaufen zu sein, was genau ist mir allerdings rätselhaft. Jedenfalls weiß ich das echt zu schätzen, dass mein kleines Internet-Ich hier immer noch Beachtung findet.

Lange Zeit wurde hier nichts geschrieben, die üblichen Begründungen wären an dieser Stelle wohl Zeitmangel, Universität, Arbeit, Leben und so weiter. Stimmt zwar teils, aber tatsächlich hätte ich Gelegenheit gehabt. Und Ideen zum Schreiben allemal. Nur - wie ihr vielleicht schon anhand der letzten paar Posts gemerkt habt - kann ich mich nicht so ganz mit mir selbst einigen, wo ich denn hin möchte mit diesem Blog. DIYs und Künstlerisches? Sozialkritische Themen? Eine politische (habe das gerade tatsächlich ich geschrieben?) Richtung einschlagen? Mein-liebes-Tagebuch-mäßig? Eine Verlängerung der heilen Instagram-Welt ({klick})? Diese Grundsatzfrage stört mich immer noch wahnsinnig, aber letztendlich wird es immer darauf hinauslaufen, dass ich hier veröffentliche, was ich gerade gerne teilen möchte. Zwar dient dieser Blogs teils als Aushängeschild für meine professionelle(re)n Ziele nach dem Motto "Hey, die da kann irgendwas mit diesen komischen neuen Medien!", aber an erster Stelle wird das hier immer mein privat-öffentlicher Raum bleiben, den ich nicht den Ansprüchen anderer unterwerfen will. Kleiner Rebell, der ich bin. Oder so.

Problematisch ist es für mich an dieser Stelle nun, was ich denn veröffentlichen möchte. Diese Fragestellung lässt sich wiederum auf eine Kernfrage zurückführen, die mich nun schon seit Längerem beschäftigt und auch die Inaktivität teils erklärt: Wen interessiert's? Nein, das soll nicht heißen, dass ich hier jetzt nach Bestätigung fische und zig Kommentare à la "Mich interessiert's!" fordere. Natürlich ist das immer eine nette Sache, aber mal Butter bei die Fische (um die Fisch-Metaphern hier mal gnadenlos auszuschlachten) allein das Konzept des Blogführens ist ein einziges Fischen nach Bestätigung, wie auch das ganze Leben wiederum, und jap, das wird mir gerade selbst zu komplex. Tatsache ist, egal über welches Thema ich gerade schreibe, es wird immer ein wichtigeres, relevanteres geben. Ich sitze da, frage mich, ob ein Thema nur für mich oder auch für andere wichtig ist. Ob ich in einigen Monaten oder Jahren nicht doch ganz anders über ein Thema denken werde, zu dem ich deutlich meine Meinung geschrieben habe.

Jedoch ist dieser ständige Whataboutism eine Sache, die mich wahnsinnig stört, und im Kern auch der Grund war, warum ich diesen Blog begonnen habe. Menschsein besteht aus so viel mehr als aus einer Anreihung von Prinzipien. Man macht sich Gedanken über Dinge, die andere als absolut irrelevant erachten. Jahre später wird man seine Meinung ändern. Für vieles gibt es nicht immer eine klare, feste Position.

Was ich mir von anderen, aber vor allem von mir selbst für Zukunft wünsche, ist der Mut auch über die kleinen, nicht fest definierbaren Dinge im Leben zu reden. Den Mut haben sich zu irren und von anderen zu lernen. Und dass die werte Blogschreiberin hier mal öfters die Finger zum Schreiben bewegt. :-)

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